Ronda

File 347Ein Bild bleibt, wenn man Ronda wieder verlässt: die Schlucht, über der das Städtchen gebaut ist, ist der einprägsamste Eindruck sowohl für die Erinnerung, als auch für die Photokamera. Die 100 Meter tiefe Schlucht "El Tajo" ist in der Tat das Markenzeichen von Ronda - jenem Naturdenkmal ist es zuzuschreiben, dass das Bild der rund 37 000 Einwohner fassenden Stadt einem den Atem raubt. Insbesondere dann, wenn man hoffnungsloser Romantiker ist.

File 185Rund 50 Kilometer nördlich der Costa del Sol, 723 Meter über dem Meeresspiegel in dem Gebirge Serranía de Ronda gelegen, ist Ronda ein Ort für das Herz und die Seele - und das zu jeder Jahreszeit. Es ist nicht nur der phantastische Ausblick über die Schlucht und den lieblichen Talfluss Río Guadalevín, es sind nicht nur die drei unterschiedlich großen und unterschiedlich alten Brücken, die über die Schlucht führen, was den Zauber von Ronda ausmacht. Ronda ist auch historisch und kulturell interessant.

 

Ein wahrhaft romantischer Ort

File 125In dieser Landschaft spielt die Geschichte zu Bizets Oper "Carmen", in der die Bandoleros - Räuberbanden - ihr Unwesen trieben. Im Museo Historico Popular de Bandolero lässt sich die Geschichte dieser früher wild und frei lebenden Banden nachverfolgen. Hier ließ sich aber auch Ernest Hemingway zu seiner Prosa inspirieren. Bekanntlich war Hemingway Stierkampffan: tatsächlich ist Ronda für ihre legendäre Stierkampfarena bekannt. Es ist eine der ältesten Arenen Spaniens. Hier begann die Geschichte des modernen Stierkampfes - diese kann man im angegliederten Museum besichtigen. Bekannt, wenn auch umstritten, ist die Arena auch bis heute für die Corrida Goyesca mit historischen Trachten, wie sie Goya seinerzeit auf seine Gemälde bannte. Überdies schrieb Rainer Maria Rilke hier seine Gedichte; sein Zimmer im Hotel Reina Victoria kann sich jeder interessierte Besucher anschauen. Ronda ist also ein wahrhaft romantischer Ort - im banalen ebenso wie im kulturhistorischen Sinne.

File 212Ronda lässt sich gut zu Fuß erkunden - es geht zwar vielfach auf und ab, doch die Größe der Stadt ist übersichtlich. Ein Rundweg ist allein wegen der zahlreichen "Miradores" zu empfehlen - der Aussichtspunkte. Auch Kutschfahrten sind möglich.

Weitere Tipps sind die arabischen Bäder aus der Zeit um 1300, das Weinmuseum "Museo del Vino" mit der Möglichkeit einer Weinverkostung direkt aus Wasserhähnen sowie der Besuch eines authentischen Flamenco-Tanzes im Círculo de Artistas de Ronda am zentralen Plaza de Socorro.