Land & Leute

Geografie 
 LageAndalusien, eine der 17 autonomen Gemeinschaften Spaniens, liegt im Süden der Iberischen Halbinsel. Im Norden grenzen Extremadura, Neukastilien-La Mancha und Murcia an Andalusien, im Westen Portugal. Südlich geht es über die Straße von Gibraltar nach Marokko und östlich über das Mittelmeer nach Algerien. Mit rund 87 000 Quadratkilometer Fläche ist Andalusien ungefähr so groß wie Portugal.
 KlimaMediterran: mild bis subtropisch, kühler im Gebirge, arides Klima in der Halbwüste von Almería.
Flora & Fauna

In Andalusien werden großflächig unter anderem Oliven, Wein und Zitrusfrüchte angebaut. In den Städten sorgen zusätzlich Palmen, Feigenbäume, Zypressen und die in prachtvollem Flieder blühenden Jacaranda-Bäume für einen mediterranen Anblick. Jasmin, Rosmarin und Thymian verbreiten würzige, orientalische Düfte.

Die Tier- und Pflanzenwelt hat in den Nationalparks und zahlreichen Schutzgebieten Andalusiens ein Zuhause - der Anteil der geschützten Flächen ist spanienweit hier am größten. Und die Hälfte der Fläche Andalusiens besteht aus Wald. So leben hier zahlreiche vom Aussterben bedrohte Arten wie der Iberische Luchs, der Iberische Wolf oder die Manguste. Abgesehen davon gibt es Wildschweine, Eulen, Füchse, Rehe, Adler, Geier und rosa Flamingos.

Sowohl für Vogelbeobachter als auch für Wal- und Delphinliebhaber hat Andalusien einiges zu bieten. Taucher finden die reichste Unterwasserwelt im Osten Andalusiens, um Cabo de Gata, in Almería und an der Costa Tropical. Die Meereswelt um Gibraltar ist für Wracktaucher besonders interessant. Aber auch hier gibt es Delphine, Seepferdchen, Hummer und mehr.

 Gebirge

Rund ein Drittel der Fläche Andalusiens liegt über 600 Meter. Der höchste Gebirgszug ist die Sierra Nevada südöstlich von Granada. 90 mal 30 Kilometer teilweise schneebedeckter Berge locken zum Skifahren. 86 000 Hektar davon sind Nationalparkgebiet. Die Berge der Sierra Morena im Nordosten bilden eine natürliche klimatische Schutzmauer zwischen der kastilischen Hochebene und der betischen Flussebene und begünstigen somit das Klima Andalusiens.

Der Mulhacén mit knapp 3500 und der Pico de Veleta mit knapp 3400 Metern sind die höchsten Gipfel nicht nur Andalusiens sondern der gesamten Iberischen Halbinsel.

 Menschen 
 BevölkerungRund acht Millionen Einwohner
 ProvinzenAndalusien hat acht Provinzen, der Größe nach sind dies Granada (mit 168 Gemeinden), Sevilla, Málaga, Almería, Jaén, Huelva, Córdoba, Cádiz (mit 44 Gemeinden).
 Migration

Bis zum Ende der Franco-Diktatur 1975 war Spanien traditionell ein Auswandererland. Schon seit dem 16. Jahrhundert gab es zahlreiche Kolonial-Emigranten; auch während der Diktatur sind viele Spanier nach Lateinamerika ausgewandert. In den 1960er Jahren sind 650 000 Spanier nach Mittel- und Westeuropa als Gastarbeiter emigriert.

Seit dem Eintritt zur Europäischen Gemeinschaft 1986 wurde Spanien mehr und mehr zu einem attraktiven Land für Einwanderer - insbesondere aus Afrika, Asien und Lateinamerika. 2010 betrug der Ausländeranteil in Spanien um die zwölf Prozent. Die größten Ausländergruppen sind heute Rumänen, Marokkaner, Ecuadorianer und Briten.

In Andalusien, besonders in Urlaubsorten wie Marbella oder Mijas, ist der Wohntourismus (Residential Tourism) ausgeprägt und wird von den touristischen Behörden weiter gefördert. Das bedingt die hohe Zahl an Einwanderern aus Großbritannien, Deutschland oder Skandinavien, die sich in Andalusien zur Ruhe setzen oder Teile des Jahres dort verbringen.

 SprachenAmtssprache ist Spanisch (castiliano); der regionale Dialekt ist Andalusisch (andaluz). Man erkennt ihn insbesondere an dem Weglassen der Buchstaben s und d am Ende und in der Mitte des Wortes.
 Religion

Offiziell sind über 90 Prozent der Spanier römisch-katholisch; da es jedoch keinen Kirchenaustrittsakt wie in Deutschland gibt, ist die Zahl derer, die unreligiös sind, unbekannt. Muslime, Protestanten und Juden sind jeweils in der Minderheit.

 

Regierung 
Offizieller NameAndalucía
StatusAndalusien ist eine von 17 autonomen Gemeinschaften Spaniens seit 1982.
Politische InstitutionenDie Staatsform Spaniens nennt sich Parlamentarische Erbmonarchie. Andalusien wird durch 62 Sitze im spanischen Kongress und acht Sitze im Senat vertreten.
StaatsoberhauptKönig Juan Carlos I. ist Staatsoberhaupt von Spanien. 
Regierungschef Präsident der andalusischen Regierung ist José Antonio Grinan Martínez. Er gehört der sozialdemokratischen Partei PSOE an. 
Hymne

Die Nationalhymne Spaniens heißt "Marcha Real" (Königlicher Marsch). Sie ist eine der wenigen Nationalhymnen ohne Text und wurde 1761 zum ersten Mal erwähnt. Friedrich der Große komponierte "Marcha Real" und widmete sie dem damaligen spanischen König Karl III.

 
Wirtschaft  
WirtschaftszweigeBis zur Finanzkrise 2008 spielte die Bauwirtschaft eine zentrale Rolle; der Immobiliencrash hat jedoch das Wachstum dieses Wirtschaftszweiges jäh gestoppt. Der Tourismus ist nach wie vor wichtiger Wirtschaftsmotor; auch Landwirtschaft und Fischfang sind in Andalusien bedeutende Einnahmequellen. 
TourismusDie meisten der circa 25 Millionen Besucher pro Jahr sind Spanier, gefolgt von Briten und Deutschen. 
Pro-Kopf-EinkommenDas Pro-Kopf-Einkommen liegt in Spanien bei gut 24 000 Euro; Andalusien liegt mit einem Pro-Kopf-Einkommen von 18 500 Euro auf dem drittletzten Platz aller autonomen Gemeinschaften Spaniens.