Geschichte

 

 Jahr Ereignis
 Paläolithikum Die Wandmalereien in Höhlen wie der Cueva de Pileta bei Ronda deuten auf ein reges Treiben in der Steinzeit.
 bis 1300 v. Chr. Andalusien wird zum Gebiet der Bestattungen in Steingräbern ("Megalithkultur"); bekannte Fundstätten sind zum Beispiel Los Millares oder Antequera.
 3. Jh. v. Chr. Das Seefahrervolk der Phöniker gründet bedeutende Handelsstützpunkte. Die Orte Cádiz, Málaga, Almería und Almunécar entstanden in jener Zeit. Die Phöniker, die aus syrisch-libanesischer Gegend stammten, importierten auch die Töpferscheibe und den Ölbaum.
250 v. Chr. Karthager unter Hannibal wollen über Spanien Rom erobern. Im Zweiten Punischen Krieg besiegen die Römer Hannibal, der zurück nach Afrika muss.
201 bis 133 v. Chr. Römer erobern und besiedeln ganz Hispania - römische Bauwerke zeugen heute noch von dieser Zeit, wie zum Beispiel die römische Stadt Itálica nördlich von Sevilla.
411 n. Chr. Nachdem verschiedene Stämme aus dem Norden seit dem 3. Jh. das römische Hispania unsicher gemacht haben, fallen 411 die Westgoten ein und vertreiben die Römer.

 ab 711 n. Chr.

Die maurischen Eroberer fegen in rasantem Tempo über die Iberische Halbinsel - innerhalb von sieben Jahren hat Heerführer Tarik Ibn Ziyab (nach dem der Berg von Tarik benannt ist, heute die Anhöhe von Gibraltar) fast die gesamte Halbinsel erobert und so den Islam über die Meerenge gebracht.
722 Die einzige von den Mauren verlorene Schlacht - in Asturien gegen den christlichen Herrscher Pelayo - wird heute als der Beginn der Reconquista (=christliche Rückeroberung Spaniens) angesehen.
755 Nachdem 750 der Kalif von Damaskus abgesetzt und seine Familie getötet wurde, entkam 755 ein junger Prinz der Familie nach Spanien: Fortan war er Abd ar-Rahman I., der unabhängige Emir von al-Andalus, wie Andalusien damals hieß. Ihm zu Ehre wurde die Moschee von Córdoba errichtet.
 8. bis 10. Jh.
Blütezeit der maurischen Kultur
756 bis 929 Während des Emirats von Córdoba zieht die arabische Kultur- und Oberschicht nach al-Andalus, dem späteren Andalusien. Trotz regelmäßigen Kriegsaktivitäten und Grenzverschiebungen war das Volk nicht unfroh über die Herrscher aus Arabien: unter ihnen konnten alle ihre Religion behalten und so lebten Muslime, Christen und Juden friedlich nebeneinander.
929 bis 1031 Abd ar-Rahman III. erklärt sich zum von Bagdad unabhängigen Kalifen. Somit wird er zum geistigen Führer der hispanischen Araber. Und das Kalifat Córdoba blüht als geistig-kulturelles Zentrum auf.
1031 bis 1148 Interne Kämpfe und Streitigkeiten führen zur Zersplitterung des Reiches. Diese Situation begünstigt wiederum das christliche Heer im Norden. 1085 erobern die Christen Toledo. Verzweifelte lokale Fürsten bitten schließlich den Sultan der Sippe der Almoraviden um Hilfe. Dieser schlägt die Christen tatsächlich bei Badajoz. Die Almoraviden regieren von da an in Al-Andalus von 1090 bis 1148.
1148 bis 1248 Der Berberstamm der Almohaden erobert von Nordafrika aus das Land und dringt bis zum christlichen Kastilien vor. Die katholischen Könige haben jedoch starke Verbündete. Nach und nach erobern sie sogar Córdoba (1236) und Sevilla (1248).
 1248 bis 1492 Al-Andalus besteht nunmehr nur noch aus dem Königreich Granada, das von den Nasriden beherrscht wird. Im Nasriden-Reich erlebt die maurische Kultur eine zweite, späte Blüte.
 1469 Durch die Heirat von Isabel de Castilla und Fernando de Aragón erstarkt das christliche Heer. Die Reyes Católicos (die katholischen Könige), wie sie sich fortan nennen, gewinnen somit an Macht und beginnen mit der Eroberung von Granada. Heute wird diese Heirat auch als Geburtsstunde Spaniens bezeichnet.
 1492

Das Jahr ist nicht nur wegen der Entdeckungsfahrt von Christoph Kolumbus geschichtsträchtig. Im gleichen Jahr wurde auch die Alhambra - die letzte Bastion der maurischen Herrscher - übergeben. Über den Herrscher Boabdil, der während jener Zeit in der Alhambra über das Königreich von Granada herrschte, erzählt man, dass er letztendlich aufgab um die Schönheit der Alhambra zu wahren und sie nicht der Zerstöung durch den Feind preiszugeben.

Die christlichen Herrscher vertreiben im folgenden 16. sowie im 17. Jahrhundert sowohl die Juden als auch die Araber aus Spanien.

16. Jh.

Es ist das Zeitalter der Entdeckungen für Spanien. Die neue christliche Herrschaft kommt zu unerwarteten Reichtümern - nicht nur durch die Entdeckung Amerikas durch Kolumbus 1492 sondern vor allem durch die darauffolgenden Entdeckungsfahrten. Hernán Cortés erobert 1519 das Aztekenreich in Mexiko und bringt jede Menge Gold mit nach Hause. 1535 unterwirft Pizarro Peru und erbeutet riesige Silberschätze. Spaniens Weltreich ist somit angelegt. Und was macht man mit den ganzen Reichtümern? Man verpulvert sie in Kriegen und der Inquisition (Verfolgung Andersgläubiger).

Ab 1516 regiert Carlos I. das Land, der ab 1519 zugleich Karl V. des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation ist. Seine Zeit verbringt er meistens außerhalb Spaniens - was ihn aber nicht davon abhält, sich prachtvolle Denkmäler zu schaffen, wie die in die Moschee von Córdoba eingebaute Kathedrale oder einen Palast in der Alhambra. Ab 1556 regiert sein Sohn Felipe II. Spanien - von nun an von Madrid aus. Andalusien büßt seine Machtstellung somit ein.

 17. Jh.

1605 erscheint der erste Teil von "Don Quichote" des Schriftstellers Miguel Cervantes. Das Buch gilt heute als Pionier des modernen Romans.

1621 bis 1665 ist König Philipp IV. an der Macht. Er hat die Vision eines katholisch-spanischen Weltreiches. Seine Truppen kämpfen im Dreißigjährigen Krieg in Deutschland und Italien. Doch in dem Westfälischen Frieden 1648 muss Spanien ein Einsehen haben - und sowohl die Unabhängigkeit der Vereinigten Niederlande als auch die Gleichberechtigung von Protestanten in Deutschland anerkennen.

 1702 Nach dem Tod des kinderlosen Königs Carlos II. bricht der spanische Erbfolgekrieg aus - und endet mit dem Sieg der französischen Bourbonen, die den nächsten König Philipp V. stellen.
 1704 Besetzung von Gibraltar durch England während der englisch-niederländischen Seekriege - die Besatzer haben die Spanier während ihrer Siesta überrascht.
 1813 Nachdem die Cortes (das spanische Parlament) sich 1810 in Cádiz konstituiert und 1812 die erste Verfassung formuliert hat, schafft das Parlament 1813 die Inquisition ab.
1923 Staatsstreich von General Primo de Rivera, Militärregierung bis 1925
1936 Bürgerkrieg beginnt mit einem Militärputsch unter Führung von General Franco
1939 Ende des Bürgerkriegs, Beginn der Diktatur des Generals Franco
1968 Die baskische Untergrundorganisation ETA, die mit teils terroristischen Mitteln für ein unabhängiges Baskenland kämpft, fordert die ersten Opfer.
1975 Nach Francos Tod wird Juan Carlos I. zum König ernannt. Nach der 40-jährigen Diktatur und politisch-gesellschaftlicher Lethargie im Land, leitet Juan Carlos den Demokratisierungsprozess ein. Er ist bis heute spanischer König.
1978 Die Verfassung wird verabschiedet.
1992 Großes Spanien-Jahr: 500-Jahr-Feier der Entdeckung Amerikas, Olympiade in Barcelona, Madrid wird Kulturhauptstadt Europas, Expo in Sevilla
2004 In Madrid wird ein islamistischer Anschlag verübt. Der konservative Regierungsführer und Unterstützer des Irakkriegs José Maria Aznar wird daraufhin abgewählt. Sozialist José Luis Zapatero gewinnt die Wahlen und zieht Soldaten aus dem Irak ab.
20.11.2011 Erneuter Machtwechsel mitten in der Wirtschaftskrise: die konservative Volkspartei von Mariano Rajoy gewinnt die Wahlen in Spanien.