Filme

Andalusien hat in den vergangenen Jahrzehnten mächtig in Cineastik aufgeholt - zahlreiche erfolgreiche Regisseure kommen aus der Region. Da verwundert es kaum, dass es durchaus einige Filme gibt, die auch in Andalusien spielen. Überdies wurden zahlreiche klassische Westernfilme in der Halbwüste von Almería gedreht, darunter Für eine Handvoll Dollar, Für ein paar Dollar mehr, Zwei glorreiche Halunken, Spiel mir das Lied vom Tod und Todesmelodie. Bis heute kann man dort in der Nähe von Tabernas den Kulissenpark bestaunen.

Summer Rain (2006) - der Regisseur ist kein Geringerer als Antonio Banderas, der aus Málaga kommt und inzwischen wieder dort lebt. Summer Rain spielt in Málaga, im Jahr 1978, und handelt von einem jugendlichen Pärchen, das große Träume verfolgt. Der Junge will nach einem langen Krankenhausaufenthalt, während dem er sich Dante zu Gemüte geführt hat, Dichter werden. Das Mädchen verfolgt das Ziel eine professionelle Tänzerin zu sein. Um ihre Karrieren anzutreiben, müssen sie jedoch ein Stück ihrer Unschuld abgeben ... Denn die Gönnerinnen und Förderer erwarten mehr als Talent. In dem Film, der auf einem Roman von Antonio Soler basiert, geht es um die Opfer, die man für seine Träume zu bringen bereit ist. Im Original heißt der Film übrigens "El Camino de los Ingleses" (dt. die Route der Engländer).

Solas (1999) - in Sevilla spielt dieser eher melancholisch-schwere Film. Es geht um eine 35-Jährige, vom Leben und der Liebe enttäuschte Frau, Maria, sowie ihre Mutter Rosa (beide "solas", einsam). Der Vater - ein agressiver Zeitgenosse, der Frau und Tochter mies behandelt - liegt im Krankenhaus in Sevilla. Da Maria trotz ihrer Intelligenz nicht studieren gehen durfte, arbeitet sie als Putzfrau und lässt sich von einem Macho schwängern. Marias Nachbar Don Emilio bringt schließlich durch seine hilfsbereite Art ein wenig Licht in das Leben der beiden Frauen ... Solas von Benito Zambrano zeigt einen der weniger glanzvollen Aspekte Andalusiens - den Machismo - abseits von banalen Klischees. Der Film wurde mehrfach ausgezeichnet.

Das Schicksal (1997) - spielt im maurischen Andalusien des 12. Jahrhunderts. El-Mansur, der Kalif von Córdoba, achtet darin seinen Ratgeber Averroes (auch als Ibn-Rushd bekannt), einen großen Gelehrten und Philosophen. Averroes führt ein friedliches Lieben inmitten seiner Familie und seiner Schüler. Bis der Kalif zunehmend unter Druck von zwei Seiten gerät - sowohl die Christen als auch fundamentalistische islamische Sekten versuchen seine Politik zu beeinflussen. Der Philosoph Averroes wird zum fatalen Opfer einer Unterwanderung durch radikale Ideen ... ein Film mit erstaunlichen Parallelen zur heutigen Nachrichtenlage. Das Schicksal wurde mit dem Großen Preis von Cannes ausgezeichnet. In deutscher Sprache ist der Film allerdings nicht einfach zu kriegen.

1492: Die Eroberung des Paradieses (1992) - ein Historienfilm von Regisseur Ridley Scott. Obwohl lediglich ein kleiner Teil dieses Filmes in Andalusien spielt, ist der Film über Kolumbus und die Eroberung Amerikas sehenswert. Darin wird Christoph Kolumbus (Gérard Depardieu) als Visionär dargestellt, der seine legendäre "Reise nach Indien" um jeden Preis durchsetzen möchte. Nach einem langen Weg, der ihn zur Königin von Spanien führt, sticht er schließlich in Palos de la Frontera, in der Nähe von Huelva, in See. Palos wird seitdem als "die Wiege der Entdeckung Amerikas" bezeichnet. Die Entdeckung der ersten Inseln wurde indes in Costa Rica gedreht.