Alcázar (Sevilla)

File 284Die Reales Alcázares, einst die Palastburg der maurischen Almohaden, wurden nach der Reconquista zur Residenz der christlichen Könige. Entsprechend vereinigen sich hier islamische und christliche Baukunst aufs Feinste. Die oasenartigen Gärten, Marmorsäulen, Stuckarbeiten mit arabischer Kalligraphie wechseln sich ab mit christlichen Jakobsmuscheln und nüchternen Renaissance-Elementen.

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Direkt gegenüber der ebenfalls sehenswerten Kathedrale, am Plaza Triunfo, liegt die Burg Alcázar. Im 9. Jahrhundert von den Mauren begonnen, wurde der letzte Palast vom christlichen König Pedro dem Grausamen (1350 bis 1369) gebaut. Doch ließ er diese Behausung für seine Geliebte María von maurischen Bauherren erstellen. Somit entstand unter christlicher Herrschaft eines der prächtigsten Zeugnisse islamischer Architektur. Neben den zahlreichen Innenhöfen und den Gärten hinter Alcázar ist der Palast Pedros des Grausamen mit am Sehenswertesten. Hierin ist der Patio de las Doncellas, der Mädchenhof, und der Salón de los Embajadores, der Gesandtensaal, hervorzuheben.

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Der Mädchenhof besticht durch 52 prächtige Marmorsäulen, verspielte Stuckornamente und renaissancehafte Rundbögen. Der Saal der Gesandten indes ist ein zweistöckiger Saal unter einer herrschaftlichen Zedernholz-Kuppel. Im Licht leuchten unzählige Ornamente und kalligraphische Kunst; unter Hufeisenbögen geht es zu drei Seiten hin in weitere Räume. Hier fand die Vermählung Karls V. mit Isabella statt. Der Kontrast des Ornamenthaften und Verspielten des Islams mit der renaissancehaften Strenge der geometrischen Formen zeigt sich in den Gärten des Alcázar auf eindrückliche Weise.

 

Öffnungszeiten:
April bis September - Mo-So 9.30 bis 19 Uhr; Oktober bis März - Mo-So 9.30 bis 17 Uhr.